SPD vor Ort: Bürger wenden sich gegen Deponiepläne

Veröffentlicht am 01.08.2018 in Ortsverein

Bericht aus der WP vom 01.08.2018:

SPD-Ortstermin am Rande des Jacob-Firmengeländes in Ahlhausen stößt auf großes Interesse.

Ennepetal. Gegen die geplante Erweiterung der Deponie der Firma Siegfried Jacob Metallwerke (SJM) regt sich Widerstand. Im Anschluss an einen Ortstermin, zu dem die SPD Ennepetal alle Interessierten eingeladen hatte, fanden sich mehrere Bürger, die das Vorhaben nicht einfach hinnehmen wollen und nun nach Wegen suchen, zumindest den befürchteten Schaden für die Natur zu begrenzen.

Anita Schöneberg, Mitglied der SPD-Ratsfraktion, hatte die etwa 40 Anwesenden, darunter auch Vertreter der Fraktion Die Linke/Piratenpartei, oberhalb des Sterngolfplatzes in Ahlhausen begrüßt. Der Platz liegt unterhalb der Deponie, die bei einer Erweiterung nah heranrücken würde. Schöneberg erklärte, dass die Politik sehr spät von den Erweiterungsplänen erfahren habe, die die Bezirksregierung als zuständige Behörde im vereinfachten Genehmigungsverfahren, also ohne Bürgerbeteiligung behandelt. Lediglich die Stadt Ennepetal konnte eine Stellungnahme abgeben (wir berichteten). „Wir müssen sehr deutlich unseren Protest nach außen bringen. Das ist unsere Stadt“, sagte Schöneberg.

Gudrun Schadowski, Miteigentümerin eines angrenzenden Grundstücks, die ebenso wie ihre Schwester Brunhild Meyer auf das Vorhaben der Firma SJM durch eine vorgezogene Baumfällaktion aufmerksam geworden war, äußerte ihr Unverständnis über das Verhalten des Ennepe-Ruhr-Kreises. Schadowski hatte ein Gutachten erstellen lassen, das unter anderem sehr hohe Kupferwerte auswies. Die Mitarbeiterin des Kreises habe ihr gesagt, dass das nicht gerichtsfest sei und die Werte ohnehin weit unter den Grenzwerten der Schadstoffverordnung lägen. Die Firma SJM habe ein Gutachten von einem ganz renommierten Institut vorgelegt, es sei alles gut.

Bernd Jellinghaus vom Nabu EN erklärte, dass auch sein Verein Bodenproben genommen habe, mit weitgehend gleichen Ergebnissen wie bei Gudrun Schadowskis Gutachten. „Was an Gift im Boden ist, kommt aber vom Betrieb, nicht von der Deponie“, meinte Jellinghaus. Man habe auch Pfützen auf dem Weg bemerkt, die „entsetzlich“ gestunken hätten. Jellinghaus betonte, dass es die Deponie seit Jahrzehnten gebe. Auf Kreiseben habe man geguckt, wo man noch Erde unterbringen könnte. Im Nordkreis sei das in den Autobahnwällen zum Lärmschutz möglich gewesen, im Südkreis eben bei SJM. Man dürfe nicht vergessen, dass auch in Ennepetal Neubaugebiete auf Homberge und in Voerde geplant seien. „Der Bodenaushub muss irgendwo hin“, so Jellinghaus.

Blick auf Umsetzung der Auflagen

Mehrere Anwesende meinten, dass das Unternehmen schon in früheren Jahren gemacht habe, was es wolle. Die ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, dass die Stadt gegen eine Genehmigung klagen könnte, wurde von mehreren Rednern als wenig erfolgsversprechend bewertet. „Der Umgang mit uns ist aber schon unverschämt“, meinte Dr. Petra Kappe (SPD), die Vorsitzende des Umweltausschusses. „Das ist nicht bürgernah und bürgerfreundlich. Die Informationen hätten auf den Tisch gehört.“ Sie wies auf die Auflagen hin, die der Landschaftspflegerische Begleitplan macht. „Rückblickend haben wir die Erfahrung gemacht, dass solche Auflagen nicht umgesetzt werden“, erklärte sie. Bernd Jellinghaus ergänzte, dass das Unternehmen für den aktuellen Antrag Flächen zur Renaturierung vorgesehen habe, die schon beim ersten Erweiterungsverfahren 2003 hätten renaturiert werden sollen

Kappe plädierte dafür, öffentlich ins Gespräch zu kommen und nicht abzuwarten, „bis uns eine Powerpoint-Präsentation das Vorhaben schmackhaft macht.“ Sie bezweifle, dass das Projekt zu verhindern sei, aber die Ernsthaftigkeit der Umsetzung von Auflagen könne man in den Blick nehmen, sagte Kappe.

Dr. Christine Hohmann meinte, dass die Ratsmitglieder sich im Rat politisch mit dem Thema auseinander setzen sollten. „Wenn wir aber nicht auch Druck aus der Bevölkerung heraus aufbauen, kommen wir nicht weiter.“ Dabei gelte es, nicht nur gegen das Unternehmen, sondern auch im Gespräch mit diesem zu agieren. Sie regte an, eine Initiativgruppe zu gründen und dabei die Politik herauszulassen. Damit fand sie Zustimmung vieler Anwesender. Hohmann erklärte sich bereit, die Initiative zu koordinieren. Anita Schöneberg bot im Schlusswort an, dass die Ratsmitglieder auf Wunsch Hilfestellung geben würden.

 

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